Neue Mainbrücke im Frankfurter Osten
redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach mit Fotos von Friedhelm Herr
"Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen"
Verkehrsdezernent Stefan Mayer
100 Jahre nach den ersten Planungen für den Bau einer neuen Mainbrücke im Bereich des damalig gerade entstehenden Frankfurter Osthafens, wird die Brücke genau an dieser Stelle verwirklicht.
Die aktuelle Planung und Ausführung der neuen Mainbrücke Ost soll zur Verbesserung der verkehrstechnischen Erschließung im Frankfurter Osten, insbesondere der dort im Bau befindlichen Europäischen Zentralbank (EZB) beitragen.
Die neue Brücke verbindet die im Frankfurter Süden befindlichen Stadtteile Oberrad und Sachsenhausen mit dem Frankfurter Osten.
Bevor die Brücke am nördlichen Mainufer im Laufe der vergangenen Monate zugesammengefügt wurde, war sie zunächst in Neumarkt in der Oberpfalz vorgefertigt worden.
Danach wurden die bis zu 35 Meter langen und bis zu 100 Tonnen schweren Stahlteile per Schiff nach Frankfurt gebracht.

Alle Bilder dieses Artikels von Friedhelm Herr / avapictures



100 Jahre nach den ersten Planungen wird die Brücke genau an dieser Stelle verwirklicht
Durch statische Probleme und eine angekündigte schwere nächtliche Gewitterfront über Frankfurt kam es zu zeitlichen Verzögerungen, sodass sich das "Einschwimmen der Brücke" zu ihrem entgültigen Standort um einen Tag verspätete.
Dies führte zu einem erheblichen Schiffsstau, denn für die Dauer der Aktion mußte der gesamte Schiffsverkehr auf dem Main in Frankfurt ruhen, wodurch die Verbindung zwischen Schwarzen Meer und Nordsee für mehrere Tage unterbrochen wurde.
Doch am Donnerstag den 23. August 2012 um 16.00 Uhr war es dann endlich soweit, die neue Mainbrücke war an ihrer endgültigen Position angelangt und liegt auf den Brückenlagern auf beiden Seiten des Mains.
Seitdem verbindet die Brücke mit den beiden großen Stahlbögen den Mollenkopf im Osthafen mit dem südlichen Mainufer.
Zuvor war die Brücke vom nördlichen Mainufer mit Hilfe von sechs Schwerlastplattformwagen Huckepack genommen und um 90 Grad gedreht auf zwei im Main schwimmende Pontons gehiewt worden, um danach ca. 200 Meter flußaufwärts mit Hilfe der Pontons schwimmend zu ihrem Bestimmungsort gebracht zu werden.
Angesichts der Probleme der vergangenen Tage äußerte sich der Frankfurter Verkehrsdezernent Stefan Majer erleichtert: "Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen".




Bilderstrecke
Die dreispurige Osthafenbrücke gehört zum neuen Verkehrskonzept
Die neue dreispurige Osthafenbrücke ist Bestandteil des neuen Verkehrskonzepts im Bereich des Frankfurter Osthafens.
Sie verbindet das Süd- und Nordufer nicht direkt, sondern Sachsenhausen und Oberrad mit dem Molenkopf im Osthafen, erst von dort wird die Verbindung zum Nordufer des Mains hergestellt.
Im Sommer 2013 nach der Eröffnung der neuen Mainbrücke wird dann über einen Kreisel und die 90 Meter lange neue Honsellbrücke (Rampe zur EZB) das nördliche Mainufer im Bereich der Hanauer Landstraße erreicht.
Dies soll dann laut Planer zu einer erheblichen Entlastung des Nadelöhrs "Hanauer" führen.
Man darf gespannt sein, ob sich die Erwartungen erfüllen werden.
Bis dahin muß aber noch die denkmalgeschützte rund 100 Jahre alte Honsellbrücke umgebaut werden.
Dies geschieht zur Zeit und dabei wird die Honsellbrücke vier ihrer sechs Bögen verlieren.
Nach derzeitigen Planungen sollen in den beiden verbleibenden Bögen ein Café und eine Kultureinrichtung entstehen.

Bleibt abzuwarten ob diese Pläne realisiert werden, denn allzu oft werden in Frankfurt angekündigte bauliche Maßnahmen nicht umgesetzt, wie es sich derzeit auch beim lange geplanten Honsell-Einkaufszentrum abzeichnet.
Die neue Mainbrücke Ost ist, nicht nur wegen ihrer Architektur, ein Gewinn für Frankfurt, auch wenn es im Vorfeld des Baues erhebliche Widerstände (siehe: KGV Mainvasen) gegen sie gegeben hat.
Bestimmt werden die Frankfurter sie ins Herz schliessen, ganz besonders dann, wenn nach ihrer Eröffnung nachts die Hängeseile der Brücke durch Strahler grün illuminiert werden und so weithin sichtbar ein Stück Frankfurt ankündigen. (kl)

(Erstveröffentlichung im AVA MEDIEN Onlinemagazin FFM JOURNAL am 23. August 2012)
Daten und Fakten:
- Gewicht der Brücke: 2.200 Tonnen
- Länge der Brücke: 175 Meter
- Fahrspuren nach Fertigstellung: 3
- Täglich zu erwartete Verkehrsbelastung: 17.000 Fahrzeuge
- Kosten des Brückenprojekts: 30 Millionen Euro








